Mal ehrlich: Die Steuererklärung hat ungefähr den gleichen Vibe wie Zahnarzt oder TÜV. Man weiß, man sollte – aber irgendwie schiebt man's Jahr für Jahr vor sich her. Und das kostet dich im Schnitt über tausend Euro. Pro Jahr. Einfach so.

Die nackte Wahrheit in Zahlen

Laut Statistischem Bundesamt bekommen Arbeitnehmer im Schnitt 1.063 Euro zurück, wenn sie eine Steuererklärung abgeben. Das ist kein Maximalwert für Leute mit drei Immobilien und nem Steuerberater – das ist der Durchschnitt. Manche kriegen deutlich mehr.

Trotzdem machen Millionen Deutsche keine freiwillige Steuererklärung. Das ist so, als würde dir jemand einen Tausender auf den Küchentisch legen und du sagst "Nee, zu kompliziert, den aufzuheben."

Was bringt am meisten?

Hier die Posten, die bei den meisten Arbeitnehmern richtig reinklotzen:

Pendlerpauschale

30 Cent pro Kilometer einfache Strecke, ab dem 21. Kilometer sogar 38 Cent. Bei 30 km Arbeitsweg und 220 Arbeitstagen sind das schon 2.346 Euro an Werbungskosten. Bei nem Grenzsteuersatz von 35% sind das über 800 Euro Erstattung – nur für den Arbeitsweg.

Homeoffice-Pauschale

6 Euro pro Tag, maximal 1.260 Euro im Jahr. Kein separates Arbeitszimmer nötig. Wenn du mindestens teilweise von zuhause arbeitest, nimmst du das mit. Achtung: An Homeoffice-Tagen kannst du nicht gleichzeitig die Pendlerpauschale ansetzen.

Arbeitnehmer-Pauschbetrag

1.230 Euro bekommst du pauschal, ohne irgendwas nachweisen zu müssen. Die sind quasi automatisch drin. Aber nur wenn du eine Steuererklärung machst – sonst nix.

Handwerkerkosten & Haushaltsnahe Dienstleistungen

Putzkraft, Gärtner, Handwerker – 20% der Arbeitskosten kannst du direkt von der Steuer abziehen. Nicht vom zu versteuernden Einkommen, sondern von der Steuerschuld selbst. Das geht richtig ab.

Rechenbeispiel: Angestellte, 45.000 EUR brutto, 25 km Arbeitsweg, 2 Tage Homeoffice/Woche. Steuererstattung nur durch Werbungskosten: ca. 1.400 EUR. Das sind 5 Stunden Arbeit an der Steuererklärung für einen effektiven Stundenlohn von 280 EUR. Nicht schlecht.

Aber ist das nicht mega aufwändig?

Vor zehn Jahren vielleicht. Heute machst du das mit WISO, Taxfix oder Elster Online. Die meisten Sachen sind vorausgefüllt. Dein Arbeitgeber hat die Lohnsteuerbescheinigung schon elektronisch übermittelt, die Krankenkasse auch. Du musst eigentlich nur noch die Sachen eintragen, die Geld bringen – Arbeitswege, Homeoffice, Versicherungen, whatever.

Realistisch: Beim ersten Mal brauchst du vielleicht 2-3 Stunden. Ab dem zweiten Jahr ist vieles vorausgefüllt und du bist in einer Stunde durch.

Wann muss ich die abgeben?

Wenn du nicht verpflichtet bist (Steuerklasse 1, nur ein Job, keine Nebeneinkünfte): Du hast 4 Jahre Zeit. Das heißt, du kannst jetzt noch die Erklärung für 2022, 2023, 2024 und 2025 abgeben. Vier Jahre, vier Erstattungen. Manche Leute holen sich damit auf einen Schlag über 4.000 Euro.

Was du mitnehmen solltest

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